N+L Punktekonto – entwickelte Methodik zur Bilanzierung von Eingriff und Ausgleich
Bei der Berechnung nach dem N+L Punktekonto handelt es sich um eine zusammengefasste Gegenüberstellung von geplanten Eingriffs- und Ausgleichsmassnahmen, die zur Berechnung von Ersatzmassnahmen nach Art. 6 und 18 NHG herangezogen wird. Mithilfe des N+L Punktekontos sollen Eingriffe in Natur und Landschaft bewertet und mit Ausgleichsmassnahmen vergleichbar gemacht werden.
Die Methodik geht dabei von natur- und landschaftsrelevanten Flächeneingriffen aus. Der betroffene Landschaftsraum wird hierzu in Landschaftskammern unterteilt, die sich hinsichtlich ihres Landschaftswerts unterscheiden. Auf dieser Grundlage kann mit der Bilanzierung der Eingriff dem Ausgleich gegenübergestellt werden. Neben Flächeneingriffen ist es zudem möglich, lineare Eingriffe (z. B. Freileitungen) zu bewerten.
Über die konkrete Anwendung hinaus ist die Modellmethodik in der Schweiz als Werkzeug zur Festlegung der Verhältnismässigkeit und als Umsetzungsbasis für die Festlegung von Ersatzmassnahmen breit akzeptiert. So wurde sie bei anderen Projekten von den Bundesämtern BAFU und BFE, den Kantonen St. Gallen, Aargau, Wallis und Schwyz sowie den Naturschutzorganisationen Pro Natura und WWF anerkannt. Auch das Bundesgericht hat die Methodik in einem Fall als Entscheidungsgrundlage herangezogen (BGer Entscheid 1C_175/2013 E. 7.3.2 ff.).